UNMITTELBAR NACH DEM SPIEL: „WIR WAREN VÖLLIG HILFLOS!“ – Deniz Undav mit schonungsloser Analyse nach Bayern-Debakel
Die Enttäuschung war nach dem Schlusspfiff nicht zu übersehen. Deniz Undav fand nach der deutlichen Niederlage gegen den FC Bayern München ungewöhnlich klare Worte und machte keinen Versuch, die Leistung seiner Mannschaft schönzureden. Statt Ausreden zu suchen, richtete der Stürmer den Blick unmittelbar auf die eigenen Fehler.
Schon während der Partie war zu erkennen, wie schwer sich seine Mannschaft gegen die Bayern tat. Kaum war ein kontrollierter Spielaufbau möglich, immer wieder geriet das Team unter Druck. Die Münchner bestimmten Tempo, Rhythmus und Zweikämpfe – und nutzten die Räume konsequent aus. Stuttgart fand dagegen nur selten Lösungen.
Undav kritisierte vor allem die fehlende Konsequenz. In einer solchen Partie müsse man von der ersten Minute an bereit sein, jeden Zweikampf anzunehmen und auch unter höchstem Druck ruhig zu bleiben. Genau das habe gefehlt. Seine Analyse fiel deshalb ernüchternd aus: Gegen einen Gegner von der Qualität des FC Bayern könne man sich eine derart passive Vorstellung schlicht nicht erlauben.
Besonders bitter war für Stuttgart, dass die Mannschaft durchaus wusste, was auf sie zukommen würde. Die Münchner sind dafür bekannt, Gegner früh zu attackieren und Fehler im Aufbau sofort zu bestrafen. Trotzdem gelang es dem VfB nicht, sich dauerhaft aus der Umklammerung zu befreien. Ballverluste in gefährlichen Zonen und fehlende Präzision machten die Aufgabe zusätzlich schwer.
Für Undav war dabei nicht nur das Ergebnis problematisch. Vielmehr ging es ihm um die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kam. Gegen Bayern müsse man mutiger auftreten, geschlossen verteidigen und die wenigen eigenen Möglichkeiten mit maximaler Entschlossenheit nutzen. Stuttgart habe in diesem Spiel dagegen zu häufig reagiert, anstatt selbst Akzente zu setzen.
Der Angreifer nahm dabei auch die Offensivabteilung in die Pflicht. Wenn man gegen eine Spitzenmannschaft nur wenige Chancen bekomme, müsse jeder Angriff sitzen. Dafür brauche es Laufbereitschaft, bessere Entscheidungen und vor allem den Glauben daran, dass man auch gegen einen übermächtigen Gegner etwas erreichen kann.
Trotz aller Kritik wollte Undav die Niederlage nicht zum Weltuntergang erklären. Gerade solche Spiele müssten als Warnsignal dienen. Entscheidend sei nun, die richtigen Schlüsse zu ziehen und im nächsten Spiel eine völlig andere Mannschaft zu zeigen.
Seine Botschaft war damit eindeutig: Die Niederlage darf nicht einfach abgehakt werden. Sie muss analysiert werden – ehrlich, ohne Ausreden und ohne Schuldzuweisungen. Denn wenn Stuttgart seine eigenen Ansprüche erfüllen will, reicht es nicht, gegen Bayern nur phasenweise mitzuhalten.
Undav wusste deshalb genau, worauf es jetzt ankommt: Mund abputzen, Fehler erkennen und reagieren. Die nächste Partie bietet schließlich die Gelegenheit zu zeigen, dass dieses Debakel ein Ausrutscher war – und keine Beschreibung des tatsächlichen Leistungsvermögens der Mannschaft.