Das ist hart“ – Deniz Undav nach Bayerns 5:1-Gala mit schonungsloser Analyse
Der Bundesliga-Auftakt hätte für den VfB Stuttgart kaum schmerzhafter verlaufen können. In der Münchner Allianz Arena musste sich die Mannschaft von Sebastian Hoeneß dem FC Bayern mit 1:5 geschlagen geben. Dabei hatte Stuttgart durchaus mutig begonnen und den Rekordmeister phasenweise vor Probleme gestellt. Am Ende aber setzte sich die individuelle Klasse der Bayern deutlich durch. (VfB Stuttgart)
Besonders bitter: Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte und dem frühen Führungstor von Dayot Upamecano kam Stuttgart unmittelbar nach der Pause zurück. Josha Vagnoman erzielte in der 52. Minute den Ausgleich zum 1:1 und plötzlich schien die Partie wieder völlig offen.
Doch die Hoffnung hielt nicht lange.
Nur drei Minuten später schlug Michael Olise zu und brachte Bayern erneut in Führung. Kurz darauf folgte der nächste Rückschlag für die Stuttgarter: Vagnoman lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor. Innerhalb weniger Minuten war aus der Hoffnung auf eine Überraschung ein 1:3-Rückstand geworden. Der VfB bezeichnete diese Phase später als entscheidenden Wendepunkt der Partie. (VfB Stuttgart)
Deniz Undav, der wenige Tage zuvor zum neuen Kapitän des VfB ernannt worden war, fand nach dem Schlusspfiff ungewöhnlich deutliche Worte. Der Angreifer wollte die Niederlage nicht schönreden. Vielmehr machte er klar, wie groß der Qualitätsunterschied an diesem Abend gewesen war.
„Die Bayern nutzen ihre Chancen einfach aus“, erklärte Undav. Seine Einschätzung fiel dabei besonders drastisch aus: Wenn Torhüter Fabian Bredlow nicht einen herausragenden Abend erwischt hätte, hätte Stuttgart seiner Meinung nach sogar acht oder neun Gegentore kassieren können. (RND.de)
Bredlow hatte tatsächlich mehrfach dafür gesorgt, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Bayern dominierte zunehmend die Begegnung, während Stuttgart zwar weiter kämpfte, aber kaum noch Kontrolle über das Spiel gewinnen konnte.
Auch Bayern-Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic analysierte die Partie selbstbewusst. Stuttgart neige seiner Ansicht nach dazu, in der Mitte der zweiten Halbzeit körperlich nachzulassen. Bayern habe diesen Moment erneut ausgenutzt und bis zum Schluss weiter Druck gemacht. (Goal)
Genau das zeigte sich in der Schlussphase. Pavlovic erhöhte in der 82. Minute auf 4:1, ehe Luis Díaz in der Nachspielzeit den endgültigen Schlusspunkt setzte. Aus einem engen Spiel war damit ein deutliches 5:1 geworden. (VfB Stuttgart)
Für Undav und seine Mannschaft ist die Niederlage deshalb mehr als nur ein misslungener Saisonstart. Sie ist gleichzeitig eine deutliche Standortbestimmung. Stuttgart zeigte Mut, Einsatz und phasenweise guten Fußball – doch gegen einen FC Bayern, der seine Chancen konsequent verwertete, reichte das nicht.
Die Botschaft des Abends ist deshalb klar: Der VfB kann mit den Bayern mithalten, wenn alles zusammenpasst. Aber sobald der Rekordmeister seine Qualität vollständig ausspielt, werden kleinste Fehler gnadenlos bestraft.
Undav dürfte genau daraus seine Lehren ziehen. Als neuer Kapitän steht er nun vor der Aufgabe, seine Mannschaft nach dieser schmerzhaften Lektion wieder aufzurichten. Die Saison ist noch lang – doch der erste große Prüfstein hat dem VfB bereits gezeigt, woran er arbeiten muss.
