Brutal! Oder was soll man dazu noch sagen?
Für Emre Can und Borussia Dortmund ist diese Nachricht zweifellos ein bitterer Rückschlag. Der BVB hat seinen finalen Kader für die Champions-League-Phase eingereicht – und ausgerechnet der Kapitän fehlt auf der Liste. Ein besonders schmerzhafter Moment für einen Spieler, der in den vergangenen Jahren Verantwortung übernommen und die Mannschaft als Führungspersönlichkeit angeführt hat.
Der Grund ist seine schwere Kreuzbandverletzung, die sich Can im Frühjahr zugezogen hat. Seitdem arbeitet der 32-Jährige mit großem Einsatz an seinem Comeback. Die Reha ist lang, hart und vor allem mental eine enorme Herausforderung. Gerade bei einem erfahrenen Profi wie Can geht es nicht nur darum, wieder schmerzfrei zu werden. Es geht darum, das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen, wieder Zweikämpfe zu bestreiten und irgendwann wieder das Gefühl zu haben, auf höchstem Niveau alles geben zu können.
Eigentlich bestand die Hoffnung, dass Can im weiteren Verlauf der Saison wieder zur Mannschaft stoßen könnte. Doch für die erste UEFA-Kaderliste hat es offenbar noch nicht gereicht. Damit muss Borussia Dortmund zumindest zum Start der neuen Königsklassen-Saison auf seinen erfahrenen Kapitän verzichten.
Für den BVB ist das sportlich durchaus problematisch. Ein Kapitän ist schließlich nicht nur wegen seiner Leistung auf dem Platz wichtig. Gerade in schwierigen Spielen braucht eine Mannschaft Spieler, die Verantwortung übernehmen, Ruhe ausstrahlen und ihre Mitspieler mitziehen. Can steht genau für diese Eigenschaften. Seine Abwesenheit wird deshalb nicht nur taktisch, sondern auch innerhalb der Mannschaft spürbar sein.
Gleichzeitig zeigt seine Geschichte, wie brutal der Profifußball manchmal sein kann. Eine einzige Verletzung kann die Pläne eines Spielers komplett verändern. Während die Mannschaft auf dem Platz um Titel kämpft, besteht Cans persönlicher Alltag derzeit aus Reha, Training und Geduld. Für einen Fußballer, der es gewohnt ist, vor tausenden Fans auf dem Rasen zu stehen, ist das sicher keine einfache Situation.
Und trotzdem darf man eines nicht vergessen: Eine nicht berücksichtigte Kaderliste bedeutet nicht das Ende seiner Karriere. Im Gegenteil. Jetzt beginnt für Emre Can der nächste Abschnitt seines Weges zurück. Entscheidend ist, dass er seinem Körper die notwendige Zeit gibt und keinen unnötigen Druck auf sich selbst ausübt.
Viele Fußballfans kennen solche Geschichten mittlerweile nur zu gut. Kreuzbandverletzungen gehören leider zu den schlimmsten Rückschlägen im modernen Fußball und können Spieler monatelang außer Gefecht setzen.
Brutal? Ja. Enttäuschend? Auf jeden Fall. Aber hoffentlich nur ein Kapitel auf dem Weg zurück.
Jetzt heißt es für Emre Can: Kopf hoch, weiterarbeiten und Schritt für Schritt zurückkommen. Dortmund wird seinen Kapitän sicherlich gerne wieder auf dem Platz sehen.
