EILMELDUNG: Michael Olise lässt Stuttgart verzweifeln – war er der „Messi“ des Abends?
München – Es war ein Abend, den die Spieler des VfB Stuttgart möglichst schnell vergessen möchten. Beim Saisonauftakt in der Allianz Arena musste sich die Mannschaft von Sebastian Hoeneß dem FC Bayern München mit 1:5 geschlagen geben. Besonders nach der Pause verlor Stuttgart zunehmend die Kontrolle über die Partie.
Und mittendrin: Michael Olise.
Der französische Offensivspieler entwickelte sich zu einem der entscheidenden Faktoren für Bayerns deutlichen Erfolg. Nachdem Josha Vagnoman Stuttgart kurz nach dem Seitenwechsel überraschend zum 1:1 gebracht hatte, benötigte Bayern nur drei Minuten, um erneut in Führung zu gehen.
Joshua Kimmich spielte einen präzisen Ball in den Lauf von Olise. Der 24-Jährige blieb vor Fabian Bredlow eiskalt und schob zum 2:1 ein. Nur wenige Minuten später folgte bereits das 3:1 durch ein unglückliches Eigentor von Vagnoman. (Bundesliga)
Doch Olise war damit noch lange nicht fertig.
Der Bayern-Star sorgte immer wieder für Gefahr. Bereits in der ersten Halbzeit hatte er mit einem Freistoß den Pfosten getroffen. Später erzielte er sogar ein weiteres Tor, das wegen einer knappen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde.
Seine Zahlen unterstreichen, wie dominant sein Auftritt war: Olise gab sechs Torschüsse ab – mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. Außerdem wurde er mit 65 Prozent der Fan-Stimmen zum Spieler des Spiels gewählt. (Bundesliga)
Genau deshalb sorgt die im Internet kursierende Behauptung über Angelo Stiller derzeit für Aufmerksamkeit.
Demnach soll der Stuttgarter Mittelfeldspieler nach der Partie besonders von einem Bayern-Spieler beeindruckt gewesen sein und ausgerechnet Olise als denjenigen bezeichnet haben, der die Stuttgarter Defensive vor die größten Probleme stellte.
Ein offizielles oder seriös belegtes Zitat mit dem Wortlaut „Er ist der schwierigste Gegner, gegen den ich je gespielt habe“ beziehungsweise dem Vergleich mit Lionel Messi liegt allerdings bislang nicht vor.
Was sich dagegen zweifelsfrei sagen lässt: Olise hatte einen erheblichen Anteil daran, dass Stuttgart nach dem 1:1 völlig auseinanderfiel.
Und Bayern machte genau in dieser Phase den Unterschied.
Nach Olises Treffer zum 2:1 erhöhte Vagnoman mit seinem Eigentor unfreiwillig auf 3:1. In der Schlussphase legten Aleksandar Pavlović und Luis Díaz noch zwei weitere Treffer nach. Beide Tore wurden vom eingewechselten Ismael Saibari vorbereitet, der damit bei seinem Bundesliga-Debüt sofort zwei Assists verbuchte. (Bundesliga)
Für Stiller und seine Mitspieler war es damit ein bitterer Abend.
Der VfB hatte in der ersten Halbzeit durchaus mutig gespielt und Bayern zeitweise unter Druck gesetzt. Doch nach dem Ausgleich fehlte die Antwort auf die individuelle Qualität des Rekordmeisters.
Und genau dort kam Olise ins Spiel.
Seine Bewegungen zwischen den Linien, seine technische Qualität und seine Fähigkeit, Situationen innerhalb weniger Sekunden zu entscheiden, machten ihn für Stuttgart besonders schwer zu kontrollieren.
Bayern-Trainer Vincent Kompany dürfte deshalb mit dem Auftritt seines Offensivstars äußerst zufrieden sein.
Die wichtigste Erkenntnis des Abends lautet jedoch:
Michael Olise ist nicht mehr nur ein talentierter Bayern-Spieler. Er entwickelt sich zu einem Spieler, der Spiele im Alleingang verändern kann.
Ob Angelo Stiller ihn tatsächlich mit Messi verglichen hat, bleibt vorerst offen.
Seine Leistung auf dem Platz lieferte allerdings genug Material für den Vergleich.
Denn gegen Stuttgart sah Olise phasenweise tatsächlich so aus, als würde er eine Partie auf einem anderen Niveau spielen.
