UNMITTELBAR NACH DEM SPIEL: „WIR WAREN VÖLLIG HILFLOS!“ – Deniz Undav mit schonungsloser Analyse nach Bayern-Debakel
München – Es sollte für den VfB Stuttgart ein mutiger Start in die neue Bundesliga-Saison werden. Stattdessen endete der Abend in der Allianz Arena mit einer bitteren 1:5-Niederlage gegen den FC Bayern München.
Dabei hatte Stuttgart zunächst durchaus gezeigt, dass die Mannschaft bereit war, den Rekordmeister vor Probleme zu stellen. Die Schwaben spielten intensiv, liefen die Münchner früh an und hielten die Partie lange offen. Doch nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel innerhalb weniger Minuten vollständig.
Deniz Undav, der VfB-Kapitän, fand nach dem Schlusspfiff entsprechend deutliche Worte.
Besonders der Moment nach dem zwischenzeitlichen 1:1 wurde für Stuttgart zum Wendepunkt. Josha Vagnoman hatte in der 52. Minute ausgeglichen und damit kurzzeitig neue Hoffnung geweckt. Doch nur drei Minuten später schlug Bayern zurück.
Joshua Kimmich fing einen Klärungsversuch ab, spielte den Ball präzise in den Lauf von Michael Olise – und der Franzose ließ sich die Chance nicht nehmen. 2:1 für Bayern. Nur zwei Minuten später folgte das unglückliche Eigentor von Vagnoman zum 3:1. (FC Bayern)
Für Undav war damit die entscheidende Phase des Spiels erreicht.
Der Stürmer bezeichnete das 1:3 später als regelrechten „Genickbruch“. Gleichzeitig musste er anerkennen, dass Bayern seine Möglichkeiten wesentlich konsequenter nutzte. (DIE WELT)
Doch während viele nach dem Spiel vor allem über Olise, Kimmich oder Luis Díaz sprachen, rückte ein anderer Bayern-Spieler plötzlich in den Mittelpunkt: Aleksandar Pavlović.
Der 22-jährige deutsche Nationalspieler zeigte im Mittelfeld eine bemerkenswerte Vorstellung. Er arbeitete gegen den Ball, war präsent in den Zweikämpfen und schaltete sich immer wieder nach vorne ein. In der 82. Minute belohnte er sich schließlich selbst.
Nach einem starken Lauf von Ismael Saibari durch den Strafraum landete der Ball bei Pavlović, der zum 4:1 einschob. Damit war die Partie endgültig entschieden. (FC Bayern)
Und genau dieser Auftritt macht Pavlović zu einer der interessantesten Figuren dieses Bayern-Sieges.
Der Mittelfeldspieler wirkt immer reifer und selbstbewusster. Nach dem Spiel erklärte er, Bayern habe von Anfang bis Ende alles gegeben und immer weitergemacht. Gleichzeitig bemerkte er, dass Stuttgart in der zweiten Halbzeit häufig etwas nachlasse – eine Einschätzung, die unmittelbar auf die entscheidende Phase der Partie passte. (kicker.ch)
Für Stuttgart war diese Entwicklung besonders bitter.
Denn bis zum Ausgleich hatte die Mannschaft von Sebastian Hoeneß durchaus ordentlich dagegengehalten. Doch gegen die individuelle Qualität und die Konsequenz der Bayern reichten Einsatz und Mut nicht aus. Auch VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth lobte Torhüter Fabian Bredlow, der mit mehreren starken Paraden dafür sorgte, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. (VfB Stuttgart)
Am Ende stand ein Ergebnis, das aus Stuttgarter Sicht deutlich zu hoch ausfiel – aber gleichzeitig eine klare Warnung darstellt.
Bayern hat einmal mehr gezeigt, wie gnadenlos die Mannschaft Fehler bestraft.
Und für Deniz Undav und seine Mitspieler bleibt nach diesem Abend nur eine Erkenntnis:
Mut allein reicht gegen Bayern nicht. Man muss über 90 Minuten perfekt bleiben.
Der VfB war lange konkurrenzfähig.
Dann kam die zweite Halbzeit – und Bayern zeigte, warum der Rekordmeister erneut zu den großen Favoriten auf den Titel gehört.
